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Wacker trauert um Werner Treuheit

Plauen. Es ist eine schlimme Zeit. Die Coronapandemie fordert der Menschheit gerade alles ab. Besonders hart trifft es jene Familien, die um einen lieben Menschen trauern. Sie können oft nur hilflos zuschauen, wie der verstorbene Angehörige zu Grabe getragen wird, ohne dass Freunde und Bekannte ihm die letzte Ehre erweisen dürfen. In Plauen trauert in diesen Tagen der 1. FC Wacker um einen ganz besonderen Anhänger. Werner Heinz Treuheit wurde am 16. April 1934 in der Spitzenstadt geboren. Der Mann spielte ab 1947 in der damaligen B-Jugend voller Begeisterung Fußball. Der Verein und das Fußballspielen waren in der Nachkriegszeit unglaublich bedeutsam. Werner schwärmte auch noch 60 Jahre später und bis zu seinem Tod von den Erfolgen jener Jugendmannschaft, die als SG Plauen-Ost im A-Jugendbereich spektakulär Südwest-Sachsen-Meister wurde.

In Werner Treuheits Fotoalbum sind sie fein säuberlich eingeklebt, die Bilder aus der Jugendzeit. Der Vogtländer starb am 7. Januar 2021 in St. Augustin, einer Stadt ähnlich groß wie Plauen, die an der Siegmündung zum Rhein hin gelegen ist. Den Kontakt nach Plauen hätte Werner Treuheit beinahe verloren. Der spätere Wissenschaftler war 1952 zum Studium nach Dresden gegangen und er siedelte 1956 nach Westdeutschland über. Dort wurde der Junge aus der Ostvorstadt sogar ein wenig berühmt. Von Prof. Dr. Werner Heinz Treuheit sprach man hochachtungsvoll und voller Respekt. Der Kommunikationsforscher glänzte als Herausgeber verschiedener Fachliteratur. Weltoffen und herzlich lehrte Werner in späteren Jahren der Jugend sein Wissen. Vor sieben Jahren dann wandte sich ein gewisser Jürgen Becker an den 1. FC Wacker Plauen: „Werner Treuheit ist mein ehemaliger Professor und väterlicher Freund. Er erzählte uns allen immer wieder, dass er ein Plauener Junge aus der Ostvorstadt ist und wie stolz ihn das macht“, schrieb Jürgen Becker. So erfuhr man in Plauen von dieser unglaublichen Geschichte.

Demnach hatte Prof. Dr. Werner Heinz Treuheit all seinen Studenten an der Universität immer wieder von jener Zeit erzählt, als er Spieler bei Wacker und dem Nachfolgeverein –der Betriebssportgemeinschaft KWU Plauen - gewesen ist. Beinahe bis zu seinem 70. Geburtstag spielte Werner Fußball. Und der Gelehrte konnte es gar nicht glauben, als sein Freund Jürgen Becker ihm an dessen 80. Geburtstag mit einem Fanpaket aus Plauen gratulierte. „Du hast Post von deiner Wacker!“ Werner bekam zeitlebens viele Geschenke. Doch auf dem Bild, welches er nach Plauen in seine Ostvorstadt schicken ließ, „darauf sieht man nur zwei Dinge: Den Wacker-Schal und einen glücklichen Mann“, wie Jürgen Becker berichtet. Werner saß auf dieser Bank vor seinem Haus in Windhagen/Hohn, in der Nähe von Bonn. Der Ehemann, Vater und Opa hatte alles erreicht. Er führte ein erfülltes Leben. Und obwohl Werner seine Botschaft nie ausgesprochen hat, so kann man sie in seinen Augen lesen. „Es ist das größte Glück, wenn man Jubel und Erfolg, aber auch Leid und Sorgen gemeinsam teilt!“ Der 1. FC Wacker Plauen möchte heute an Werner Treuheit erinnern, ihm gedenken und seiner Familie viel Kraft wünschen. Der Verein bedankt sich im Namen seiner Jugendabteilung für Spenden. Und die Fußballer aus der Ostvorstadt werden im Kreise des Vereins zur nächsten Mitgliederversammlung eine Schweigeminute einlegen. kare

Werner Treuheit 80 Jahre 2

Am 80. Geburtstag: In diesem Augenblick erlebte Werner Treuheit noch einmal jenen Moment, als er mit seinen Jungs aus der Ostvorstadt Südwest-Sachsen-Meister wurde. Foto: Pressebüro Repert

A Jugend Südwest Sachsen Meister SG Plauen Ost

Dieses Nachwuchsteam aus der Ostvorstadt wurde einst Südwest-Sachsen-Meister. Das Bild entstand 1947 auf dem heutigen Kleinfeld-Kunstrasenplatz, direkt vor der Kemmlerschule. Es stammt aus dem Album von Werner Treuheit. Foto: Pressebüro Repert